Der preiswerteste 3-Chipper aller Zeiten gegen den faszinierenden DV-Winzling. Digital.World lässt den Panasonic NV-GS75 EG gegen den Sony DCR-PC 55 im Duell der Band-Camcorder antreten.
Von
Michael Ludwig
(30.06.2005)
PANASONIC: Die drei CCDs nutzt der NV-GS75 EG nicht allein zur Steigerung der Videoqualität, zusammengefasst ergeben die Bildpunkte knapp 2 Megapixel Fotoauflösung. Gespeichert wird auf SD-Card. Die Anschlüsse für Bildund Tonübertragung sind an der Kamera verteilt. Ein Novum stellt die Video-Übertragung via USB 2.0 in voller Qualität dar. Allerdings funktioniert das nur mit der beiliegenden Software, die Rückübertragung zum Camcorder ist weder via USB noch per Firewire möglich. Ein separates Ladegerät legt Panasonic bei, der mitgelieferte Akku hält rekordverdächtige 140 Minuten durch. Danach bleibt allerdings nicht einmal genug Energie zum Auswerfen der Kassette.
SONY: Konsequente Miniaturisierung war das Ziel der Sony-Ingenieure. Das Ergebnis ist ein edel anmutender Camcorder von der Größe zweier Zigarettenschachteln. Dafür wurden sogar einige Anschlüsse an die mitgelieferte Basisstation ausgelagert, die gleichzeitig als Ladestation dient. Der winzige Akku hält knapp 90 Minuten durch, ein größerer lässt sich aufgrund des speziellen Formats nicht nachrüsten. Ein separates Ladegerät liegt nicht bei. Für eine Speicherkarte war Platz, als digitaler Fotoapparat eignet sich der DCR-PC 55 wegen der niedrigen Auflösung nicht. Im Filmmodus bietet er dafür echtes 16:9-Format.
PANASONIC: Gefilmt wird mittels Display oder Sucher. Letzterer lässt sich allerdings nur aus dem Gehäuse herausziehen, nicht schwenken. Die Bedienung erfolgt über den neuen Joystick-Menüschalter mit virtueller Hilfestellung im Display. Drücken schaltet zwischen den Funktionen um, seitliche Bewegungen steuern die Funktionen. Manuelle Eingriffmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden, die Blende lässt sich mit echten Werten steuern. Erfreulich finden wir die in Deutsch gehaltene Menüsprache des NV-GS75 EG.
SONY: Bei der Aufnahme liegt der DV-Bonsai gut in der rechten Hand, Daumen und Zeigefinger steuern die Funktionstasten. In Sachen Komfort muss der DCR-PC 55 zurückstecken, da keine Halteschlaufe vorhanden ist. Einen Sucher gibt es auch nicht. Das riesige Display beinhaltet dank Touchscreen-Technik die Gerätesteuerung. Als komfortabel erweist sich die Einstellung von Fokus und Blendenkorrektur mittels Fingerzeig auf den gewünschten Motivbereich im Display. Neben einem Weißabgleich haben Sie aber keine weiteren manuellen Eingriffmöglichkeiten.
PANASONIC: Wie vermutet, ist die Farbwiedergabe kräftig und präzise, auch bei düsteren Situationen. Mehr Details nehmen aber auch die drei Chips nicht auf. Aufnahmen bei wenig Licht wirken dunkel, die Schärfe stimmt dann nicht immer. Der Bildstabilisator schwächelt im hohen Telebereich. Das Zoommikrofon passt sich an die Brennweitenveränderung an, zeigt jedoch Defizite im Bassbereich.
SONY: Der kleine DCR-PC 55 beweist Schärfe. Er produziert auch bei wenig Licht vergleichsweise helle Bilder, wobei allerdings das Bildrauschen deutlich zunimmt. Die Farbauflösung arbeitet bei kritischen Motiven nur durchschnittlich. Der Bildstabilisator liefert bei hohen Brennweiten bessere Ergebnisse als der des Konkurrenten. Auch beim sehr ausgewogenen Ton erarbeitet sich der Sony Vorteile. In ruhigen Momenten wird das Surren des Laufwerks jedoch hörbar.
Faszinierend: Zwei Top-Camcorder erreichen nach allen Teststationen nahezu identische Punktzahlen und könnten doch unterschiedlicher nicht sein.
Der Panasonic NV-GS75 EG ist der ideale Partner für qualitätsbewusste Filmer, die auch mal von Hand in die Bildgestaltung eingreifen möchten.
Der Sony DCR-PC 55 spricht mit geringer Größe und einfacher Bedienung Freunde des einfachen Filmens an. Im Gegensatz zu Camcordern mit Speicherkarte schränkt seine maximale Mobilität die Bild- und Tonqualität nicht ein.
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